Skulpturenboulevard zwischen Birkenwerder und Hohen Neuendorf eröffnet

Skulpturenboulevard zwischen Birkenwerder und Hohen Neuendorf eröffnet

Open-Air-Kunstgalerie - 8 Bildhauer zeigen 10 Beispiele Ihres Schaffens in der Birkenwerderstraße.

Diese Straße verbindet nicht nur die beiden Ortschaften, sondern sie stellt auch den Übergang vom Naturschutzgebiet zur Wohnbebauung dar. Diese seltenen Gegebenheiten tragen zur eigenen Atmosphäre der Kunstmeile bei und steigern nicht unerheblich den Kunstgenuss im Grünen.

 

Erste Open-Air-Kunstgalerie Oberhavel's

 

Straße als kulturelles Bindeglied

Neben der Verkehrsberuhigung sollte gleichzeitig ein Symbol des Zusammenwachsens geschaffen werden. Acht Künstler aus der Region und Berlin haben als Leihgaben für zwei Jahre zehn Skulpturen in großer Material- und Formvielfalt aufgestellt.

Lutz Kommallein, Achim Kühn, Astrid Mosch, Achim Pahle, Adriana Rupp, Jan Seifert, Stefan Seitz und Uwe Tabatt haben Kunstwerke beigesteuert.

Skulptur Mondkuss auf der Ortsgrenze

Eine besondere Bedeutung kommt der Skulptur Mondkuss von Achim Kühn aus Alt-Glienicke bei, die mit ihren zwei ineinander fassenden Hälften ein Ganzes bildet und so das Zusammenwachsen von Hohen Neuendorf und Birkenwerder symbolisiert. Nicht umsonst steht diese Skulptur direkt auf der Ortsgrenze.

Die Plastik des Glienicker Künstlers Uwe Tabatt regt allein schon durch die Wahl des Materials zum Nachdenken an. Ehemalige Autoreifen stellen die Verpuppung einer Raupe und damit ihre Vorstufe zur Entfaltung dar.  Zwei Standorte sind Jugendkunstprojekten des Jugendzentrums Wasserwerk Hohen Neuendorf und des Jugendclubs Corn in Birkenwerder vorbehalten.

Mut zur Eigeninitiative

Einer der Hauptinitiatoren des Skulpturenboulevards ist Roland Matticzk aus Hohen Neuendorf. „Der Boulevard soll ein Modell sein, welches Mut macht Eigeninitiative zu entwickeln und die eigenen Ideen und ihre Verwirklichung selbst in die Hand zu nehmen“, erläutert Matticzk, der selbst Anwohner in der Birkenwerderstraße ist. In Zukunft solle nun ein Trägerverein für die Dauerausstellung gefunden werden. Der Boulevard soll andere Künstler dazu ermutigen, ebenfalls Skulpturen zu entwerfen, die auch vor Ort ausgestellt werden könnten. Auch eine Verlängerung der bisherigen Strecke könne man sich vorstellen.

Landrat Ludger Weskamp, der den Skulpturenboulevard am 9.10.2017 eröffnete, sieht in dieser Initiative nicht nur einen Anlass für den ortsübergreifenden Dialog, sondern in seiner Einzigartigkeit für Oberhavel durchaus auch ein Projekt, das Identität stiftet und zivilgesellschaftliches Engagement fördert.


Text und Fotos © Michael Haddenhorst