Mönch im ehem. Franziskanerkloster Gransee gesehen

Mönch im ehem. Franziskanerkloster Gransee gesehen

Wiederbelebung des klösterlichen Brauchtums im Franziskanerkloster Gransee?

Neulich in den Räumlichkeiten des Klosters. Der Besucher traut seinen Augen kaum und weiß nicht so recht was er davon halten soll. Ein Mönch spaziert durch den ehemaligen Klosterflügel, als sei er ein Teil der Anlage...

 Der Westflügel der ehemaligen Klosteranlage von ausserhalb der Stadtmauer gesehen

Die Frage welche Bedeutung dieser Auftritt hat, verkneift sich der Beobachter besser. Schließlich will man sich keine Blöße geben. Die Franziskaner hatten schon im 17. Jahrhundert, nach einem der großen Stadtbrände, ihren Zufluchtsort aufgegeben. Darüber ist man sich jedenfalls im Klaren, auch wenn man sich nicht auf die genaue Jahreszahl festlegen mag. Offensichtlich ist auch, dass der verbliebene Teil des Klosters nur noch ein Relikt der ursprünglich beachtlichen Anlage darstellt, welche nach der Zerstörung durch das Feuer auch noch als Quelle für Baumaterial dienen musste. Unter anderen wurden die Ziegel für den Rathausneubau und den Chausseebau verwendet.


Aber zurück zur aussergewöhnlichen Gestalt in den Klosterräumen:

Gibt es überhaupt noch Mönche in Brandenburg und symbolisiert dieser stattliche Geistliche vielleicht den Neubeginn eines klösterlichen Lebens in Gransee? (Eine der letzten intakten Klosteranlagen im nördlichen Brandenburg stellt das Klosterstift zum Heiligengrabe bei Wittstock dar. Weitere ehemalige Klosteranlagen, deren Besuch empfehlenswert ist findet man auf  Klosterland.de )

Wahrscheinlicher ist da eher die Vermutung, dass es sich um Vorboten der künftigen Inszenierung eines Theaterstückes handelt. Vorstellbar wäre eine Neuauflage nach dem wortgewaltigen Epos von Umberto Eco "Der Name der Rose".

"Alles möglich" - schmunzelt Andreas Uckert und und hat sichertshalber schon mal den Papst per Brief über sein Vorhaben informiert. Vor ein paar Jahren, war er selbst darauf gekommen. Diese verblüffende Ähnlichkeit mit Sean Connery, der ja in der Rolle als Abt in der Romanverfilmung von Jean-Jaques Annaud gewirkt und als Hauptfigur (William von Baskerville) einen entscheidenden Beitrag zur Aufklärung der Verbrechen geleistet hatte, bewog den Künstler aus Wendefeld, einen Neuanfang zu wagen. Um seiner Idee Ausdruck zu verleihen, hat er sich die Mönchskutte selbst entworfen und geschneidert. Auch ein mitelalterliches Kloster-Schreibpult als Requisite hat gefertigt. "Woher sollte ich sonst die Utensilien bekommen - es blieb nur die Möglichkeit, es selber zu machen. Wenn ich ein Projekt angehe - dann muss es stimmig sein bis in's letzte Detail..." - erläutert er sein Credo.

 

Dem bekannten Schauspieler wie aus dem Gesicht geschnitten, schlüpft er nun in die Rolle des Klostervorstehers und kann sich in der Verkörperung dieser Kunstfigur alles Mögliche vorstellen. Wer weiß, unter Umständen führt ein authentisch gekleideter Mönch durch die Historie des Klosters. Oder ein Theaterstück wird in der Original-Szenerie aufgeführt - Ideen gäbe es viele. Die Umsetzung hängt allerdings davon ab, ob entsprechende Mitstreiter gefunden werden. Andreas Uckert, jedenfalls, ist offen und gerne bereit, seine Kontakte zu Kreativen, zum Beispiel aus der Filmbranche, einzubringen.

 

 

Auf jeden Fall aber wird Andreas Uckert, alias Sean Connery, auf seinem eigenen Anwesen in Wendefeld als Gastgeber im entsprechenden Kostüm auftreten.

Hier - auf dem Hof mit vielen Enten, Hühnern, Schafen und sogar einem Esel - kann man aber auch eine andere "Rolle" des Künstlers kennenlernen.

Als "Der Fälscher" hatte er sich einst einen Namen gemacht. So täuschend ähnlich kommen seine Gemälde dem Original, dass er schon mal in das norwegische Königshaus nach Oslo eingeladen wurde, wo sein originalgetreues Duplikat des verschollenen Bildes von Edvard Munch "Der Schrei" gewürdigt werden sollte.

Das Angebot, einen Blick in das Atelier des Kunstmalers zu werfen, sollte man demzufolge nicht abschlagen. Es lohnt sich jederzeit. Einen Kaffee oder ein kleiner Imbiß wird ebenfalls gereicht - falls man durch das Einfühlen in die eigene Welt von Andreas Uckert Appetit bekommen haben sollte. In diesem Fall läßt sich im Gartencafè des Grundstücks, welches fast eine Insellage in dem von Äckern umgebenden Anwesens besitzt, eine kleine Mahlzeit einzigartig genießen. Den Blick fest auf die beiden Kirchtürme der in der Ferne liegenden Granseer Kirche gerichtet. Wenn man so gedankenversunken den Sonnenuntergang betrachtet, kommt einem, je nach Gemütslage, ein weiterer Film zum Thema "Mönch in Brandenburg" in den Sinn...

 

 

 

Vaya con Dios!

 

...und führe uns nicht in Versuchung

ein Film von Zoltan Spirandelli

Mit Chiara Schoras, Michael Gwisdek, Matthias Brenner und Daniel Brühl

(Ein abgelegenes halbverfallenes Kloster in Brandenburg ist der Sitz des weltfremden Cantoranier-Ordens. Allein - den gottesfürchtigen Ordensbrüdern fehlt jedes wirtschaftliche Geschick...)
Quelle - DVD Cover


© Text und Bild Michael Haddenhorst