Fotografie Ausstellung. „Deutscher Wald“ im Güldenen Arm

Fotografie Ausstellung. „Deutscher Wald“ im Güldenen Arm

Am 03. März 15.00 Uhr eröffnet der „Güldene Arm“ in Potsdam eine Fotografie Ausstellung mit dem Titel „Deutscher Wald“.

Museumshaus - Im Güldenen Arm

Die Berliner Fotografin Solveig Faust zeigt Waldbilder- eine Bestandsaufnahme von der See bis zum Mittelgebirge.

In den kleinen Seitenstraßen der Einkaufspromenade von Potsdam geht es geruhsam zu. Hier findet man das Museumshaus "Im Güldenen Arm“. Es ist eines der ältesten noch existierenden Gebäude der Stadt und wurde 1737 erbaut.
Der Erstbesitzer war Bildhauer und verzierte seine Eingangstür mit einem Schild, darauf streckt sich ein goldner Arm aus einer Wolke. So kam das Haus zu seinem Namen.
 

Die Fotografin im denkmalgerecht sanierten Haus

Die Innenräume wurden denkmalgerecht saniert und ein kleiner Kulturort ist entstanden. 4 Ausstellungen pro Jahr zeigt der Brandenburgische Kulturbund e.V., in der ersten Etage hat die Keramiksammlung von Siegfried Lachmann einen festen Platz gefunden.

Der Wald spielt eine zentrale Rolle in unserer Kultur. Seit der Romantik gilt er als wichtiges und typisch deutsches Kulturgut. Die Idealisierung aus dieser Zeit hält ungebrochen an.
Elias Canetti beschreibt es mit diesen Worten: „In keinem modernen Land der Welt ist das Waldgefühl so lebendig geblieben wie in Deutschland. Das Rigide und Parallele der aufrechtstehenden Bäume, ihre Dichte und ihre Zahl erfüllt das Herz des Deutschen mit tiefer und geheimnisvoller Freude.“ Wie sieht nun der deutsche Wald um uns aus? Monokulturen prägen das Bild, 95% sind Nutzwälder meist 4 Sorten: Kiefern, Fichten, Buchen, Eichen. Für unsere Augen bietet sich damit ein grafisch einheitlicher Wald, wie ein Bühnenbild im Theater. Monolithen anderer Sorten treten dadurch als Hauptakteure auf. Die Serie Deutscher Wald nimmt diesen Gedanken auf. In zurückgenommenen Farben zeigt Solveig Faust Wald in hauptsächlich querformatigen Bildern.

Zurücktretendes Fachwerk im kleinen Ausstellungs-Raum

Im Gegensatz zu anderen bekannten Arbeiten geht es um keinen persönlichen Wald, keine innere Zwiesprache. Hier ist der Betrachter distanzierter Gast, sieht Wald mit Abstand als geordnete Pflanzung, manchmal mit Abweichung - der deutsche Wald als Monokultur-Landschaft. Diese Serie ist eine Desillusionierung, ein Gegenentwurf zur jetzigen Idealisierung dieses Kulturstücks.

Ein Besuch lohnt. Jeder wird den Wald danach neu entdecken. Ein Umdenken ist nötig, denn nach den Bränden im letzten Sommer müssen die Wälder dringend umgestaltet werden.

Darßer Urwald

Das Haus Im Güldenen Arm hat einen schönen Hofgarten und bei schönem Wetter kann hier in der Sonne ein Kaffee getrunken werden..

Der ehemalige Minister für Kultur, Wissenschaft und Forschung in Brandenburg Dr. Hinrich Enderlein eröffnet die Ausstellung, die Kulturwissenschaftlerin Gudrun Gorka- Reimus führt in die Arbeit ein.
Dazu spielt Jasper Libuda auf.

Museumshaus Im Güldenen Arm

(Brandenburgischer Kulturbund e.V.)

Hermann- Elflein-Straße 3, 14467 Potsdam

geöffnet: Mittwoch bis Sonntag, 12 -18 Uhr